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kknotendetail2kRollstuhlrückhaltesysteme gehören bei AMF seit über 30 Jahren zum Lieferprogramm, wobei AMF auch Hersteller dieser Systeme ist. Als Mitglied im Normenausschuss, Rettungsdienst und Krankenhaus NARK 1.7 hat AMF die Norm 75078, Teil II Rollstuhlrückhaltesysteme (alte Norm, gültig bis Ende 1999) federführend im Ad hoc-Ausschuß erarbeitet.

 

Folgende Crashversuche haben die Sicherheit und die Funktionalität von AMF-Rückhaltesystemen im Laufe der Jahre untermauert:

1. Crashversuch:

  • Auf den Versuchsanlagen der VW AG
    Initiatoren: Herr Dr. Bürger / VW AG Herr Dr. Scherenberg / Volkswagenstiftung

2. Crashversuch:

  • Auf den Versuchsanlagen der TU Berlin
    Initiatoren: Herr Prof. Dr. Appel / TU Berlin Herr Volker Hauff / Bundesminister für Forschung und Technologie

3. Crashversuch:

  • Auf den Versuchsanlagen des Institutes für Rechtsmedizin in Heidelberg
    Initiatoren: Herr Dr. Küppers, Herr Bernd Leis vom Forschungszentrum für Rehabilitation und Prävention Heidelberg

Im Zuge der Überarbeitung der DIN 75078, Teil II (Ende der 90′er Jahre) wurde ebenfalls ein Ad hoc-Ausschuß unter Federführung von Herrn Dipl. Ing. A. Seeck / Bundesanstalt für Strassenwesen gebildet. In diesem Ausschuss war ausser AMF, Volkswagen AG, Ford Werke etc. auch ein qualifizierter Experte vom TÜV Rheinland (Herr Bröker) beteiligt. Hier entstand der Begriff ,,Kraftknoten” von seinem Erfinder, Herrn Dipl. Ing. A. Seeck von der BAST. Der Kraftknoten stellt einen theoretischen Punkt im Bereich der Hinterachse des Rollstuhls dar, von wo nach unten zum Fahrzeugboden der Rollstuhl verankert und von wo nach oben das Personenrückhaltesystem fixiert respektive angelenkt wird. Dieser optimale Punkt der Krafteinleitung (Kraftknoten) ist bei jedem Rollstuhl unterschiedlich und muss vom Hersteller der Kraftknoten-Sets ermittelt werden. Um den technischen Fortschritt voran zu bringen, hat AMF als weltweit erster Hersteller die Fertigung von Kraftknoten-Sets in Angriff genommen und ist inzwischen für viele Rollstuhltypen lieferfähig.

Sie können passend für den jeweiligen Rollstuhltyp geordert werden und bestehen aus folgenden Bauteilen:

  • 2 hintere Kraftknotensysteme mit jeweils einer genormten Schlosszunge für Spannretraktor und Beckenhaltegurt-Fixpunkt
  • 2 vordere Kraftknotensysteme mit jeweils einer genormten Schlosszunge für Spannretraktorgurt
  • Längenverstellbarer Beckenhaltegurt mit integrierter Schlosszunge für Schulterschräggurt (dieser gehört zum BTW)
  • Vorderes Kraftknoten-System • Hinteres Kraftknoten-System
  • Beckenhaltegurt (rot) gehört zum Rollstuhl
  • Automatik-Schulterschrägg. mit Umlenkpunkt oberhalb der Schulter ist im BTW vorhanden
  • Spannretraktor mit genormten Schlössern sind im BTW vorhanden (vorhandene Altsysteme von AMF sind kompatibel)

Welche Vorteile bringen Kraftknoten?

AMF-BRUNS-Kraftknoten garantieren das schnelle Verankern in BTW und stabilisieren den Rollstuhl entscheidend in seiner Konstruktion bei Auffahrunfällen. Die Arretierung der Retraktoren am Rollstuhl erfolgen zwangsläufig am optimalen Punkt der Krafteinleitung. Fehlbedienungen beim Verankern des Rollstuhles sind ausgeschlossen, da Verankerungspunkte vorgegeben sind. Das unkomplizierte Einklicken der Gurtschlösser am Rollstuhl bringt Zeitersparnis. Der Beckenhaltegurt gehört zum Adapter und ist bereits vor Fahrtantritt anatomisch richtig angelegt. Ein zusätzlicher Schulterschräggurt ist anlegbar, Rollstuhlkopfstütze ebenfalls.

DIN-Normen sind Regelwerke mit Empfehlungscharakter und keine Rechtsnormen bzw. gesetzlichen Vorschriften. Im Haftungsrecht spielen DIN-Normen in der richterlichen Praxis jedoch eine grosse Rolle, weil gesetzliche Regelungen nicht existieren. Es ist auch bekannt, dass die Einhaltung der DIN-Normen (Regelwerk) gleichbedeutend ist mit der Einhaltung der im Strassenverkehr erforderlichen Sorgfalt. Ein Verhalten, welches diesen Standard erfüllt, gilt grundsätzlich als pflichtgemäss und eine Nichteinhaltung als sorgfaltswidrig im Sinne der berufstypischen Sorgfaltspflicht.

Dies bedeutet, dass Fahrzeughalter bei der Beförderung von Personen in Rollstühlen im Rahmen ihrer Sorgfaltspflicht die Anforderungen für BTW gemäss DIN 75078 Teil 2 seit deren Inkraftsetzung zu beachten haben. Sonst besteht das Risiko, im Schadensfall nach §§ 631,249, 823 BGB und 7ff StVG zu haften.

Obwohl Fahrzeughalter bzw. Behindertenfahrdienste nicht Eigentümer von zu befördernden Rollstühlen sind, ist trotzdem darauf zu achten, den Anforderungen der DIN zu genügen. Behindertenfahrdienste sind deshalb verpflichtet, Fahrgäste in Rollstühlen auf die Beschaffung der erforderlichen Kraftknoten (in Schriftform) hinzuweisen, um beiderseits ein sorgfaltswidriges Verhalten bei der Beförderung zu vermeiden. Bei einer Nichteinhaltung droht den Fahrgästen im Falle eines Verkehrsunfalles andernfalls ein Mitverschulden nach § 254 BGB.

Rollstuhlhalterungssystem

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Das AMF-BRUNS-4-Punkt-Rollstuhlhalterungssystem sichert Rollstuhl und den Rollstuhlfahrer unabhängig voneinander in einem geschlossenen, kompatiblen System. "Submarining"…
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